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Max Scheler
Seminar
Institut für Philosophie, Universität Bamberg
WS 2008/09
Dozent: Dr. Joachim
Fischer
2 SWS, Dienstag 18:15-19:45, U2/230
„Max Scheler war […] die stärkste philosophische Kraft im
heutigen Deutschland, nein, im heutigen Europa – sogar in der gegenwärtigen
Philosophie überhaupt.“ Mit diesem Worten verabschiedete Heidegger 1928 den
plötzlich verstorbenen Philosophen, an dem er mit ‚Sein und Zeit’ Maß genommen
hatte. Dieser seine Zeitgenossen faszinierende Denker (1874-1928) hat die phänomenologische
Bewegung in der Philosophie produktiv werden lassen; auch war er
konzeptioneller Impulsgeber für die Kultur- und Sozialwissenschaften. Der rote
Faden in Schelers Philosophie und Soziologie ist das „emotionale Apriori“, die
konstitutive Funktion der Gefühle für das Selbst-, Welt und Sozialverhältnis.
Für die Philosophie sowie für die Kultur- und Sozialwissenschaften einschlägig
sind seine Beiträge zur Sozialphänomenologie (‚Wesen und Formen der Sympathie’,
‚Über Scham und Schamgefühl’), zur Philosophischen Anthropologie (‚Die Stellung
des Menschen im Kosmos’) zur Wissenstheorie- und -soziologie (‚Die
Wissensformen und die Gesellschaft’) und zur Ethik (‚Der Formalismus in der
Ethik und die materiale Wertethik’). Das Seminar will Schelers Theoriekerne
rekonstruieren und ihre Fruchtbarkeit für die gegenwärtige Philosophie prüfen.
Max Scheler, Gesammelte Werke, Bd. I – XIV, hrsg. v. Maria
Scheler u. Manfred Frings, Bonn: Bouvier-Verlag 1954-1993
Darin:
Wesen und Formen der Sympathie, Bd. VII (1973)
Über Scham und Schamgefühl, Bd. X (1957)
Die Wissensformen und die Gesellschaft, Bd. VIII (1960)
Die Stellung des Menschen im Kosmos, Bd. IX (1976)
Der Formalismus in der Ethik und die materiale Wertethik,
Bd. II (1954)
Max Scheler, Schriften zur Anthropologie, hg. v. M. Arndt,
Stuttgart 1994 (reclam 9337)
W. Henckmann, Max Scheler, München 1998 (Becksche Reihe:
Denker)
W. L. Bühl, Max Scheler, in: D. Kaesler (Hg.), Klassiker des
soziologischen Denkens, Bd. 2, München 1978, S. 178-225, 453-464, 520-533 [nur
in der ersten Auflage]
J. Fischer, Neue Theorie des Geistes (Scheler, Cassirer,
Plessner), in: R. Becker/Ch. Bermes/H. Leonardy (Hg.), Die Bildung der
Gesellschaft. Schelers Sozialphilosophie im Kontext, Würzburg 2007, S.166-181.
J. Fischer, Max Scheler (1874-1928),
Artikel in: Handbuch der Politischen Philosophie und Sozialphilosophie
(HPPS), hrsg. v. St. Gosepath, W. Hinsch, B. Rössler, 2 Bde.,
Berlin 2008, S. 1145-1146.
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